Beatmungstherapie: Ablauf und Wirkweise
Veröffentlicht am 16. Januar 2025
4 Minuten
Die Beatmungstherapie ist eine entscheidende medizinische Behandlungsmethode für Patientinnen und Patienten mit Einschränkungen der Atmung. Sie unterstützt Menschen, deren Lungenfunktion durch Erkrankungen wie beispielsweise Pneumonie, COPD oder COVID-19 beeinträchtigt ist, bei der Atmung und ermöglicht so den Austausch von Kohlenstoffdioxid und Sauerstoff.
Dieser Artikel informiert über wesentliche Aspekte der Beatmungstherapie: technische Grundlagen, medizinische Anwendungen und die Rolle spezialisierter Therapiepartner wie VitalAire. Wir geben Einblicke in die verschiedenen Formen, invasive und nicht-invasive Beatmung sowie, potenzielle Risiken und die fachgerechte Betreuung beatmungspflichtiger Patientinnen und Patienten.
In diesem Beitrag:
Was ist Beatmungstherapie?
Beatmungstherapie ist eine Therapie, die darauf abzielt, die Atmung von Patientinnen und Patienten zu unterstützen oder komplett zu übernehmen. Diese Therapie wird häufig bei Patientinnen und Patienten mit respiratorischer Insuffizienz eingesetzt, um die Atmung sicherzustellen und den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid in der Lunge zu gewährleisten. Beatmungstherapie kann je nach Krankheitsbild kurzzeitig oder als Langzeittherapie, etwa bei chronischen Erkrankungen, eingesetzt werden.
Jetzt auch unseren Artikel zum Thema Sauerstofftherapie entdecken.
Formen der Beatmungstherapie
Es gibt zwei Hauptformen der Beatmung: nicht-invasive und invasive Beatmung.
Nicht-invasive Beatmung (NIV):
Bei dieser Form der Beatmung, auch bekannt als maschinelle Beatmung, werden Masken verwendet, die Mund und/oder Nase umschließen.
Invasive Beatmung:
Bei dieser Art der Beatmung wird ein Schlauch (Endotrachealtubus) oder eine Öffnung im Hals (Tracheostoma) verwendet, um direkt Zugang zur Luftröhre zu schaffen. Dadurch wird die Atemluft direkt in die Luftröhre geleitet. Dies ist besonders wichtig für Patientinnen und Patienten, die schwer atmen können – bei kurzen Phasen der Beatmung kommt meist der Schlauch zum Einsatz, während bei längerfristiger Beatmung oft das Tracheostoma genutzt wird.
Gründe für eine Beatmungstherapie
Die Beatmungstherapie ist entscheidend bei verschiedenen Erkrankungen und gesundheitlichen Zuständen. Zum Beispiel:
- Schwere Lungenentzündungen: Diese können die Lungenfunktion erheblich beeinträchtigen und den Gasaustausch erschweren.
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD): Bei einer akuten Verschlechterung kann die mechanische Beatmung notwendig werden. Es gibt auch Fälle von COPD mit chronischer respiratorischer Insuffizienz, bei der eine nicht-invasive Beatmung über einen längeren Zeitraum notwendig werden kann.
- Neuromuskuläre Erkrankungen: Erkrankungen wie ALS oder Myasthenia gravis führen zu einer Muskelschwäche, die die Atmung beeinträchtigen kann.
Funktionsweise von Beatmungsgeräten
Beatmungsgeräte sind komplexe medizinische Geräte. Sie unterstützen die eigene Atmung der Patientinnen und Patienten oder übernehmen die Atmung komplett. Eine Beatmung kann auch mit Raumluft erfolgen. Alternativ kann Sauerstoff zugeführt werden.
Der Austausch von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid wird durch das Beatmungsgerät optimiert, um die Bedürfnisse beatmeter Patientinnen und Patienten zu unterstützen.
Wann ist welche Art der Beatmung sinnvoll?
Bei der Beatmungstherapie unterscheiden Fachleute zwischen invasiver und nicht-invasiver Beatmung, basierend auf den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten. Hier sind einige Überlegungen zur Wahl der Methode:
Kriterien für die Art der Beatmung
Nicht-invasive Beatmung (NIV)
- Bspw. für Patientinnen und Patienten mit mittelschwerer respiratorischer Insuffizienz bei kurzen Beatmungsintervallen mit Phasen ohne Beatmung dazwischen.
- Häufig verwendet bei obstruktiven Lungenerkrankungen.
- Kein direkter Zugang zur Lunge erforderlich, geringeres Infektionsrisiko und komfortabler für Patientinnen und Patienten.
Invasive Beatmung
- Bspw. bei kompletter Abhängigkeit vom Beatmungsgerät (lange Beatmungsintervalle).
- Präzise Kontrolle über die Atmung und den Gasaustausch.
Risiken und Komplikationen
Beatmung kann verschiedene Risiken und Herausforderungen. Bei der Beatmung kann es zu einer Aspiration kommen, bei der Mageninhalt in die Luftröhre gelangt. Ein Tubus mit aufblasbarer Kunststoffmanschette reduziert dieses Risiko, indem er die Luftröhre abdichtet.
Mögliche Komplikationen können sein:
- Barotrauma: Übermäßiger hohe Beatmungsdrücke kann Lungengewebe schädigen. Dies kann zu überdehnten Lungenbläschen oder einem Pneumothorax führen. Ein Pneumothorax, auch „kollabierte Lunge“ genannt, entsteht, wenn Luft in den Raum zwischen der Lunge und der Brustwand gelangt. Um dies zu vermeiden, werden Druckgrenzen eingehalten oder alternative Beatmungstechniken angewendet.
- Infektionsrisiken: Längere invasive Beatmung kann die Wahrscheinlichkeit von Infektionen erhöhen. Spezielle Hygienevorschriften auf Intensivstationen sollen dies minimieren.
- Entwöhnungsprobleme: Nach längerer Beatmung müssen die Patientinnen und Patienten häufig erst wieder die Muskulatur, die zum Atmen notwendig ist, trainieren, um selbstständig atmen zu können. Der Prozess des schrittweisen Entwöhnens, genannt Weaning, hilft dabei, die Spontanatmung wiederherzustellen.
Versorgung und Betreuung von beatmeten Patientinnen und Patienten durch VitalAire
Die Versorgung und Betreuung von beatmeten Patientinnen und Patienten ist von entscheidender Bedeutung. VitalAire unterstützt mit umfassenden Versorgungskonzepten und individuellen Lösungen bei der Versorgung und Durchführung einer Außerklinischen Beatmung. Auch das Ausstatten von Pflegeheimen sowie die invasive Beatmung von Kindern mit kleinsten Volumina gehören dazu.
Ein Auszug unserer Services im Überblick
NIV-Leistungen und IV-Leistungen
- Patientenaufklärung wie Therapie- und Geräteeinweisungen, Informations- und Erklärvideos, Patientenbroschüren
- Patientenentlassung / – übernahme: Organisation der bedarfsgerechten Versorgung
- Wartung und Reparatur
- Servicehotline
- Beatmung zu Hause mithilfe unserer Expertinnen und Experten
- Beatmung in (Intensiv)Pflege-WGs
- Zufriedenheitsumfragen
- Therapie- und Produktschulungen
- Erstversorgungstasche, die den Therapiestart erleichtert
- Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten vor Ort
- u.v.a.m.
Dabei stehen wir Ärztinnen und Ärzte, medizinischem Fachpersonal und Patientinnen und Patienten sowie Angehörigen stets als Therapiepartner zur Seite.
Außerdem bieten wir mit unserem Tochterunternehmen IC Home 24 an verschiedenen Standorten in Deutschland außerklinische Intensivpflege in familiären Wohngemeinschaften an. Ein Team von qualifizierten Pflegefachkräften kümmert sich rund um die Uhr um intensivpflegebedürftige, beatmete und nicht-beatmete Patientinnen und Patienten.