Intensivpflege-WG: Ein Zuhause mit Rundum-Versorgung und Gemeinschaft

Veröffentlicht am 18. September 2024

5 Minuten

Zwei Frauen stehen am Bett eines Patienten in einer Intensivpflege-WG

Schwerstpflegebedürftige Patientinnen und Patienten benötigen eine besonders fachkundige und intensive Versorgung – rund um die Uhr. Doch nicht immer ist es möglich, dies in den eigenen vier Wänden zu gewährleisten. Intensivpflege-WGs sind eine Alternative. Wir erklären, wie das Konzept funktioniert.

In diesem Beitrag:

Was ist eine Intensivpflege-WG?

In einer Intensivpflege-WG leben intensivpflegebedürftige, beatmete und nicht beatmete Menschen, die aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation engmaschig versorgt werden müssen. Diese Wohnform ermöglicht es Patientinnen und Patienten, in einer Gemeinschaft zu leben und dabei von qualifizierten Intensivpflege-Fachkräften rund um die Uhr betreut zu werden. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen eine Pflege in einer Wohnatmosphäre wie zu Hause zu ermöglichen – vor allem dann, wenn eine Betreuung im eigenen zu Hause nicht möglich ist.

Häufig haben Bewohnerinnen und Bewohner einer Intensiv-WG ein ähnliches Krankheitsbild.

Typische Krankheitsbilder sind:

  • chronisch-obstruktive Lungenerkrankung
  • respiratorische Insuffizienz
  • hohe Querschnittslähmung
  • Wachkoma
  • Versorgung nach Schädel-Hirn-Traumata
  • neuromuskuläre Erkrankungen (zum Beispiel ALS)

Wann spricht man von einer Beatmungs-WG?

In einer Beatmungs-WG werden beatmete oder trachealkanülierte Patientinnen und Patienten betreut. Die Beatmungspflege in dieser WG erfolgt durch hochqualifiziertes Fachpersonal, das die WG-Beatmungspatientinnen und Beatmungspatienten jederzeit mit verschiedenen Beatmungsformen unterstützt. Dazu zählen unter anderem:

✓ Maskenbeatmung

✓ Beatmungsmaschinen

✓ tracheale Beatmung

Eine Betreuung in einer Beatmungs-WG kann beispielsweise bei einer schweren chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung oder einer respiratorischen Insuffizienz erforderlich sein.

Welche Vorteile bietet eine Intensivpflege-WG den Patientinnen und Patienten?

In einer Intensivpflege-WG gehen eine hohe Versorgungsqualität sowie eine bestmögliche soziale Teilhabe Hand in Hand. Die notwendigen therapeutischen Maßnahmen finden in einer familiären und häuslichen Atmosphäre statt. Dank eines großzügig bemessenen Personalschlüssels hat das Pflegepersonal ausreichend Zeit für die professionelle Versorgung. Durch diese individuelle und damit sehr persönliche Betreuung entsteht ein starker Bezug zwischen Pflegefachkraft und Bewohnerin und Bewohner, was das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten steigert und ihre Regeneration unterstützt.

Im Mittelpunkt steht jedoch die Förderung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung mit dem Ziel, Bewohnerinnen und Bewohnern ein Höchstmaß an Privatsphäre und Lebensqualität zu bieten. Dies geschieht zum einen durch die soziale Interaktion mit dem Pflegepersonal und anderen Patientinnen und Patienten in den Gemeinschaftsbereichen, zum anderen durch kollektive Programmpunkte im Tagesablauf (Bastelangebote, Musikeinheiten, gemeinsames Kochen).

Das sind die Vorteile einer Intensivpflege-WG:

✓ Hohe Lebensqualität in einer vertrauten, wohnlichen Umgebung

✓ Soziale Interaktion durch das gemeinschaftliche Wohnen

✓ Individuelle Pflege durch hochqualifizierte Pflegekräfte

✓ Kontinuität und Stabilität aufgrund der Betreuung durch festes Pflegepersonal

✓ Persönlicher Wohnraum, der mit eigenen Möbeln und persönlichen Gegenständen gestaltet werden kann

Lese-Tipp: Pflege mit Herz – Das Berufsbild der Intensivpflege-Fachkraft

Wie läuft der Alltag in einer Intensivpflege-WG ab?

Der genaue Ablauf unterscheidet sich je nach Anbieterinnen und Anbieter der Pflege-WGs. In den Intensivpflege-WGs von IC Home 24, unserem Tochterunternehmen, wird so viel wie möglich gemeinsam gestaltet. Wenn man versucht einen typischen Tag in einer Intensivpflege-WG zu beschreiben, könnte dieser so aussehen: Am Vormittag erstellt das Pflegepersonal zunächst einen strukturierten Tagesplan, der sich nach den jeweiligen Therapien der Bewohnerinnen und Bewohner richtet. Anschließend kümmern sich die Pflegekräfte um die morgendlichen Pflegeroutinen.

Nach dem Frühstück stehen dann verschiedene Therapien auf dem Programm. Mittags werden die Bewohnerinnen und Bewohner – sofern möglich – mobilisiert und essen in großer Runde zusammen. Auch die Nachmittage werden meist gemeinsam verbracht. Mal bei einem Spaziergang an der frischen Luft, mal bei einem Ausflug in den Zoo. Besuche von Angehörigen sind ebenfalls fester Bestandteil des Alltags einer Wohngemeinschaft für Intensivpatientinnen und Intensivpatienten.

Der Abend wird mit einer Spiele-Runde wie zum Beispiel „Mensch ärgere dich nicht“ eingeläutet. Ebenso finden gemeinschaftliche Aktivitäten mit Angehörigen statt. Zum Beispiel in Form von Grillfesten oder Kochabenden. Nach Abschluss der abendlichen Pflegeroutinen sowie der Medikamentengabe beginnt die Nachtruhe.

Wie ist die Aufnahme in eine Intensivpflege-WG geregelt?

Die ambulante Intensivpflege in einer Wohngemeinschaft erfordert eine ärztliche Verordnung. Diese wird üblicherweise noch von der Klinik im Rahmen des Entlassungsmanagements ausgestellt. Sie gilt jedoch nur für eine Woche, eine Folgeverordnung kann nur durch qualifizierte Ärztinnen und Ärzte erstellt werden.

Dafür müssen Patientinnen und Patienten einen besonders hohen Bedarf an medizinischer Behandlungspflege haben. Beispielsweise aufgrund einer notwendigen dauerhaften Beatmung oder einer permanent erforderlichen Überwachung der Vitalwerte.

Ein Beispiel: Ein Patient liegt nach einem Unfall im Wachkoma. Er muss aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht mehr zwingend im Krankenhaus behandelt werden, benötigt jedoch weiterhin eine intensivmedizinische Versorgung.

Wie bekommt man einen Platz in einer Intensivpflege-WG?

Im Laufe eines Klinikaufenthaltes erkennen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte, ob eine langfristige Intensivpflege erforderlich ist. Ist dies der Fall, wird der Sozialdienst eingeschaltet. Dieser informiert die Angehörigen über Intensivpflege-WGs in der Nähe sowie deren Leistungsspektrum.

Stehen freie Plätze zur Verfügung, kann die Intensivpflege Wohngemeinschaft zunächst besichtigt werden. Dabei lernen Angehörige die Räumlichkeiten sowie das Pflegepersonal kennen. Im Rahmen der Besichtigung können auch Fragen rund um Versorgung und Betreuung gestellt werden.

Haben sich Angehörige für eine Intensiv-WG entschieden, wird gemeinsam mit dem Pflegedienst der Vertrag zusammengestellt. Dieser regelt unter anderem, welche Leistungen in der Intensivpflege-WG erbracht werden sollen und wie hoch der zu zahlende Eigenanteil ist. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wird die pflegebedürftige Person in die Intensivpflege-WG verlegt.

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Individuelle Pflege in familiärer Atmosphäre

Bei IC Home 24, Tochterunternehmen von VitalAire Deutschland, stehen die Patientinnen und Patienten und ihre individuellen Bedürfnisse im Mittelpunkt. Und weil junge Patientinnen und Patienten eine andere Betreuung und Ansprache benötigen als ältere Bewohnerinnen und Bewohner, sind unsere Intensiv-WGs in Altersgruppen eingeteilt: WG für Erwachsene, junge Erwachsene und Kinder.

Als Expertinnen und Experten der außerklinischen Intensivpflege betreuen wir  Patientinnen und Patienten an Standorten deutschlandweit. Mehr über IC Home 24 erfahren

Hinweis:Der Artikel stellt keinen medizinischen Rat dar und dient ausschließlich zur neutralen Information von Interessierten. Bei Verdacht auf eine Erkrankung oder bei Fragen bitte an medizinisches Fachpersonal wenden.